Initiativen-Konzept "gnUNI-linux"

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Bearbeitungsstand: 30. Mai 2017

hu.berlin/gnuni-linux

Grundgedanke

gnUNI-linux ist ein Initiativen-Konzept, um Bildungsträger von Lizenz-Zwängen proprietärer Software und Formate zu befreien, plausibler gegen wirtschaftliche und politische Überwachung von Forschung und Lehre vorzugehen sowie einen Beitrag zum Aufklärungsprozess über die zur Unmündigkeit führenden Machstrukturen des digitalen Zeitalters zu leisten.

Der Name "gnUNI-linux" ist eine Zusammensetzung aus GNU/Linux, einem Betriebssystemkonzept basierend auf der Idee Freier Software und "UNIversität" (repräsentativ für Bildungsträger).

Hintergrund

gnUNI-linux geht davon aus, dass der digitale Raum konstituierend für die Existenz des Individuums im digitalen Zeitalter ist, da gesellschaftliches Zusammenleben die Nutzung des digitalen Raumes mittlerweile voraussetzt. Die Freiheit des Individuums im digitalen Zeitalter kann entsprechend nur durch Freie Software gewährleistet werden, also Software, die die sog. 4 Freiheiten gewährleistet:

1) Die Freiheit, das Programm auszuführen wie man möchte, für jeden Zweck (Freiheit 0).
2) Die Freiheit, die Funktionsweise des Programms zu untersuchen und eigenen Datenverarbeitungbedürfnissen anzupassen (Freiheit 1). Der Zugang zum Quellcode ist dafür Voraussetzung.
3) Die Freiheit, das Programm zu verteilen und damit seinen Mitmenschen zu helfen (Freiheit 2).
4) Die Freiheit, das Programm zu verbessern und diese Verbesserungen der Öffentlichkeit freizugeben, damit die gesamte Gesellschaft davon profitiert (Freiheit 3). Der Zugang zum Quellcode ist dafür Voraussetzung.

Das hier beschriebene Initiativen-Konzept "gnUNI-linux" entstand im Rahmen der stud. Initiative gnuHU-linux, die aus dem Wunsch heraus, ihre Ziele in Bezug auf die Humboldt-Universität Berlin nicht nur lokal zu denken, mit gnUNI-linux (im Nachhinein) ihre "ideelle Vorlage" geschaffen hat.

Ziele

Grundlegend möchte gnUNI-linux Freie Betriebssysteme als Standard-Alternative zu verbreiteten unfreien Betriebssystemen wie Windows und MacOS an Bildungsträgern etablieren: Nutzer_innen sollen nicht gezwungen sein, unfreie Software zu verwenden, sondern standardmäßig eine alternative Arbeitsumgebung an den von ihnen nutzbaren Computerarbeitsplätzen vorfinden können, die auf Freier Software basiert (angefangen mit dem Betriebssystem).

Dadurch sollen mittelfristig Freie digitale Bildungsprozesse gewährleistet und der als Miss-Stand empfundenen Situation begegnet werden, dass der digitale Raum faktisch von proprietärer Software und Formaten beherrscht wird, die die Freiheit von Bildungsprozessen nachhaltig gefährden.

Langfristiges Ziel soll es sein, ausgehend von den Universitäten, die Wegbereiter des digitalen Raumes waren, zu einem grundsätzlichen Wandel im Umgang mit dem digitalen Raum und der von ihm abhängenden Bildungsstrukturen beizutragen, in der die Freiheit von Nutzer_innen an erster Stelle steht, sodass sichergestellt ist, dass sich Bildungsprozesse frei und transparent entfalten können.

Umsetzung

1) gnUNI-linux selbst ist nicht die Initiative, die die oben genannten Ziele umsetzen soll, sondern lediglich ein Konzept, zu deren dezentraler Umsetzung aufzurufen und dafür Hilfestellung zu leisten. Die Umsetzung der oben genannten Ziele soll an jedem Bildungsträger anders aussehen und verlaufen, damit der Gedanke einer gemeinschaftlichen sozialen Bewegung, die von vielen Nutzer_innen des digitalen Raumes ausgeht, gewährleistet bleibt.

2) Als Orientierung kann der erste "Ableger" dieses Gedankens, die stud. Initiative gnuHU-linux an der Humboldt-Universität Berlin, dienen.
Allg. Vorgehensweise: falls die IT-Verantwortlichen eurer Universität standardmäßig keine Freie Software einsetzen und dies ohne "Auftrag von oben" und "Bedarfsanmeldung von unten" auch nicht tun wollen, solltet ihr damit beginnen, ideelle Unterstützung bei Fachschaftsinitiativen aller Fakultäten eurer Uni zu sammeln (Solidaritätsbekundungen) und mit dieser Unterstützung eine ideelle Unterstützung durch euer StuPa beantragen. Falls möglich solltet ihr ebenfalls Unterstützung beim Präsidium eurer Universität erbitten (wobei die Argumentation, durch Freie Software immense Kosten einsparen zu können, hier ev. förderlicher ist). Mit Rückendeckung durch Studierendenschaft (und ev. Präsidium) solltet ihr schließlich die IT-Verantwortlichen bitten, Freie Software vollumfänglich zu proprietären Systemen anzubieten - zumindest als Alternative, damit Student_innen die Wahl haben, mit welchen Systemen sie arbeiten wollen.

3) "Forkt" das Konzept als Initiative an eurer Uni, bspw. als:

GNU/Linux + FU-Berlin = gnuFU-linux / #gnuFU,
GNU/Linux + TU-Berlin = gnuTU-linux / #gnuTU
oder auch: GNU/Linux + UdK-Berlin = gnUdK-linux / #gnUdK.

Achtung: für welchen Namen ihr euch auch immer entscheidet, es wäre wichtig, dass ihr neben dem allg. bekannteren Begriff "Linux" auch "GNU" mit einbezieht, da es das, was allg. unter "Linux" verstanden wird, ohne das GNU-Projekt nicht gäbe und "GNU" auf den Kern der Initiative verweist: eine soziale Bewegung, die die Freiheit der User (und in diesem Fall ihrer Bildungsprozesse) im digitalen Raum sicherstellen soll.
Dabei ist es ebenso wichtig, auf Freie Software zu verweisen und nicht nur auf den bekannteren Ausdruck "Open Source". Freie Software zielt auf eine soziale Bewegung ab, Open Source auf eine bestimmte Art und Weise Software zu entwickeln - zwischen beidem besteht ein bedeutender Unterschied.

4) Leitet den Hashtag für eure Initiative entsprechend ab. Beispiel: der Hashtag für die Initiative an der HU-Berlin heißt #gnuHU. An der TU-Berlin könnte er entsprechend #gnuTU, an der FU-Berlin #gnuFU und an der UdK-Berlin #gnUdK heißen - seid kreativ und erwähnt #gnUNI immer mit, damit sich eine Vernetzung ergibt.

5) Falls ihr ggf. keinen eigenen Webspace für eure Initiativseite habt, könnt ihr eure Initiativseite gerne auf dieser Seite hosten (unentgeltlich). Meldet euch ggf. gerne über Kontakt.

6) Nochmals: eine zentrale Organisation gibt es in Bezug auf gnUNI-linux nicht.

7) Traut euch - auch als Einzelpersonen und ohne Teil eines stud. Gremiums zu sein, könnt ihr eine stud. Initiative starten: "Don't wait for heroes!" (1:12:55).

gnUNI-linux Logo-Kit

Um den gnUNI-linux-Initiativen ein einheitliches "Gesicht" zu geben und entsprechend der Philosophie Freier Software Modifikationen zu erlauben und zu fördern, wurde im Auftrag der Initiative gnuHU-linux das sog. "gnUNI-linux Logo-Kit" unter CC-BY-SA erstellt. Mit diesem "Baukasten" kann sich jede konkrete gnUNI-linux-Umsetzung eigenes Werbematerial zusammenstellen. Wir hoffen, dass unter Beibehaltung graphischer Grundelemente ein Wiedererkennungseffekt entsteht, der den jeweiligen Initiativen trotz bspw. unterschiedlicher Texte den Charakter einer gemeinsamen sozialen (aber dezentralen) Bewegung verleiht.

Download: gnuni-linux_logo-kit_cc-by-sa_2017-05-19 (7-Zip-Archiv, 37MB)

Logo-Beispiele

Die nachfolgende Komposition zeigt fast alle Elemente des gnUNI-linux Logo-Kits. Sie eignet sich vielleicht zum Druck von Informationsmaterial, da sich an ihr die Vielfalt und Prinzipien Freier Software aufzeigen lassen:


Ursprünglich für die Herstellung von Buttons gedacht kann dieses Logo sicher auch als allgemeines Initiativen-Logo verwendet werden bzw. für Avatare und Icons:


Dies sind nur Beispiele für mögliche Logos. Es ist ausdrücklich erwünscht, diese zu modifizieren, solange die Lizenzbedingungen eingehalten werden, damit die Modifikationen Frei verfügbar bleiben. Bitte beachtet, eurer Initiative einen eigenen Namen zu geben, also nicht "gnUNI-linux" beizubehalten (vgl. die Hinweise im Abschnitt "Umsetzung" bzw. die Grafiken der Initiative gnuHU-linux).

Werbetextvorlage(n)

...für soz. Netzwerke:

https://hu.berlin/gnuni-linux - Freie Betriebssysteme für freie Universitäten! #gnUNI